Das Linienschiff “Schleswig-Holstein” wurde von 1903 bis 1906 auf der Krupp-Germania-Werft in Kiel (heute HDW) gebaut. Im Jahr 1906 war der Stapellauf eines der modernsten Schiffe seiner Zeit. Im Dezember des gleichen Jahres wurde es auf den Namen “Schleswig-Holstein” von der Kaiserin persönlich getauft. Am 6. Juli 1908 wurde die S.M.S. “Schleswig-Holstein” in Dienst gestellt, und damit dem II. Geschwader der Hochseeflotte beigeordnet. Der Heimathafen war Kiel. In den Jahren bis 1914 erfolgten im regelmäßigem Turnus Mai-Übungen, Sommerübungen und Herbstmanöver, sowie die jährliche Werftzeit. Als besonderes Highlight wäre für die Vorkriegszeit zu erwähnen, daß die Sophie-x, das war der offizielle Rufname über Funk, an der 2. Atlantikreise der Flotte nach Spanien teilnahm. Das war im Jahre 1909.

Während der Kieler Woche 1914 traf die Meldung der Ermordung des Thronfolgerpaares Österreichs in Deutschland ein. Man begann sich für einen eventuellen Krieg gegen Russland zu rüsten.

Die ersten Kriegsmonate verliefen für “Schleswig-Holstein” relativ ereignislos. Die meiste Zeit verbrachte das Schiff in der Elbmündung auf Bereitschaftsposition.

Am 31. Mai 1916 änderte sich jedoch die Lage. Der größte Teil der deutschen Seestreitkräfte verlegte in den Skagerrak, um die dort laufenden britischen Geleitzüge abzufangen. Daraus entwickelte sich eine der größten  Seeschlachten die es je gab.

Die deutsche Flotte war mit knapp 100 Schiffen, die Royal Navy mit ca. 160 

Auf deutscher Seite gingen rd. 11 Einheiten, darunter auch das Schwesterschiff der “Schleswig-Holstein”, die “Pommern”. “Schleswig-Holstein” selbst trug nur leichte Treffer davon. Es gab drei Tote und 8 Verwundete.

Das war die einzige Seeschlacht der “Schleswig-Holstein” im ersten Weltkrieg. Aufgrund des Verlustes der “Pommern”, entschloss das Oberkommando, die Schiffe des II. Geschwaders aus der aktiven Hochseeflotte herauszulösen.

1917 war die Außerdienststellung der “Schleswig-Holstein” geplant. Systematisch wurde das Schiff in der Kaiserlichen Werft zu Kiel desarmiert. Im Jahr 1918 beteiligte sich der Rest der Stammbesatzung an der Revolution. Nach Beendigung des Weltkrieges und Annahme des Versailler-Vertrag durch die deutsche Regierung wurde die "Schleswig-Holstein" wieder Reaktiviert. Ihre Dienstzeit setzte “Schleswig-Holstein” nunmehr in der Reichsmarine fort. Zunächst sollte die “Schleswig-Holstein” vorübergehend in die Reserve gestellt werden. Aus dieser vorübergehenden Lösung, wurde zunächst eine für die nächsten sieben Jahre. In dieser Zeit diente die “Schleswig-Holstein” als Ausbildungsplattform in Kiel und Eckernförde. 1926, mit der Außerdienststellung des Linienschiffes “Braunschweig” schlug die Stunde der Sophie X. Gleichzeitig wurde sie, im Wilhelmshavener Nordhafen, wieder in Dienst gestellt. Die Besatzung der “Braunschweig fand ihr neues Zuhause an Bord der SX. Als neuer Heimathafen wurde Wilhelmshaven festgelegt.

In diesem Jahr stieg mal auch gleich voll ein. Bereits im Mai lief das neue alte Flottenflaggschiff mit einem Verband mit Kurs auf die Iberische Halbinsel. In den darauf folgenden Jahren unternahmen Schiff und Besatzung noch weitere und längere Fahrten in Außerheimische Gewässer . Bereits sechs Monate später sollte die dritte und letzte Ausbildungsreise für Kadetten beginnen. Die Zwischenzeit wurde für erneute Ausbildung in heimischen Gewässern und für Instandsetzungsarbeiten verwandt. In der Zwischenzeit wird die politische Situation immer gespannter. Am 25. August 1939 läuft “Schlesig-Holstein” in der Freien Stadt Danzig ein. Am 01. September beginnt der zweite Weltkrieg. Das Linienschiff “Schleswig-Holstein” beschießt die Westerplatte vor Danzig. Anschließend beteiligt sich SX noch an den Gefechten vor Gotenhafen und Hela, wobei sie einen Treffer erhält. Ab 1940 wird der neue Heimathafen Gotenhafen (Gdingen) sein. Im Frühjahr 1940 nahm “Schleswig-Holstein” an der “Weserübung Süd” teil, dem Angriff auf Dänemark. Am 08. April 1940 gegen 01:00 Uhr verlässt der Kriegschiffverband 7, bestehend aus “Schlesien”, “Schleswig-Holstein” (Flagg- schiff) und einigen Hilfsschiffen, die Kieler Förde und nach dem Sammeln vor Eckernförde werden die dänischen Häfen Korsör und Nyborg zum Ziel gesetzt. Während des Marsches kommt es zu einem Zwischenfall. Das Führungsschiff “Schleswig-Holstein” läuft auf Grund. Die anderen Verbandsschiffe werden entlassen. Die SX kommt erst am nächsten Morgen durch Hilfe der “Schlesien” wieder frei. Im August 1940 geriet die alte Dame “Schleswig-Holstein” erneut in eine Krise. Das Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) plante das Schiff erneut außer Dienst stellen zu lassen. Nur auf Initiative Admiral Raeders war es zu verdanken, daß die “Schleswig-Holstein” in die Reserve gesetzt wurde. An Bord blieb nur noch ein Wachkommando. Doch bereits im November erhielt “Schleswig-Holstein” neue Befehle. SX verlegte mit Wachkommando und Ersatzbesatzung nach Kiel in die Bauwerft. Klarmachen zum Wintereinsatz hieß das Ziel. Im Eiswinter 1940/41 absolvierte der alte Veteran der Kriegsschiffe seine Eis- brechereinsätze erfolgreich. Im Mai 1941 liefen die Planungen für das Unternehmen “Barbarossa” an. Der Sturm auf Russland. Auch die “Schleswig-Holstein” wurde mit eingeplant. Der Posten “Schwere Sundwache” am Ausgang der Ostsee wurde am 05. September auf- gehoben. “Schleswig-Holstein” feuerte nicht einen Schuß ab. Im November 1941 verlegte die “Schleswig-Holstein” in die Werft nach Hamburg. Dort sollte sie wieder für Eisbrechereinsätze in der Ostsee fitgemacht werde. Im Januar 1942 war es dann soweit. “Schleswig-Holstein” war im Operationsgebiet im Rigaer Meerbusen angekommen. Sofort begann das Schiff damit die Fahrrinne Eisfrei zu machen. Am 13. Januar 1942 erhält “Schleswig-Holstein” mitten im Eisfeld einen Minentreffer. Aufgrund der unzureichenden Unterwasserpanzerung dieser alten Schiffe, wurde es brenzlig. Ein Notruf wurde abgesetzt. Am nächsten Morgen stand der Eisbrecher “Stettin” längsseits und schleppte das Schiff, welches schon bis zu den Ankerklüsen im Wasser stand nach Gotenhafen. Nach Zwischeninstandsetzung in Gotenhafen verlegte “Schleswig-Holstein” in die Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven zum Docken.

Nach erfolgter Instandsetzung verlegt “Schleswig-Holstein” im Mai 1942 zurück nach Gotenhafen. Fortan soll das Schiff als Ausbildungsschiff für die Steuermannsschule Gotenhafen Dienst leisten. Bereits knapp ein Jahr später, am 01. März 1943, wurde das alte Linienschiff “Schleswig-Holstein” in Gotenhafen außer Dienst gestellt, behielt aber Flagge und Wimpel. Das alte Kriegschiff fiel mitten im Krieg, der immer näher rückte in einen Dornröschenschlaf. Doch bereits gegen Jahresende 1943, als die Kriegsmarine fast alle Großkampfschiffe verloren hatte und zudem das Öl knapp wurde, wurden die alten, “Schleswig-Holstein” und “Schlesien” reaktiviert. Am 09. März 1944 lief die “Schleswig-Holstein” wieder aus. Das neue alte Kadettenschulschiff versah wieder seinen Dienst in der Flotte. Viele Übungen schließen sich an, bis im Winter 1944 die “Schleswig-Holstein” erneut in die Werft geht. Diesmal wird sie zum Konvoibegleitschiff umgebaut.  Im Dezember 1944 verließ die “Schleswig-Holstein” die Werft und verlegte nach Gotenhafen Innenhafen zur Ausrüstung und Armierung. Am 18. Dezember wurde in Gotenhafen Fliegeralarm ausgelöst. Zwei Bomberverbände der britische Luftwaffe waren im Anflug auf den Kriegshafen. Drei direkt Bombentreffer in den Abteilung II, III, und IV (also im Achterschiff), brachten das Schiff zum sinken auf ebenen Kiel direkt an der Pier. Das Schiff wurde aufgegeben und am 25.01.45 endgültig außer Dienst gestellt. Durch die ehemalige Besatzung wurden im März 1945 noch weitere gezielte Sprengungen veranlaßt. Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches im Mai 1945 fordete die Sowjetunion das alte Schiff als Kriegsbeute.1946 begann die Abdichtungsarbeiten und es gelang das Schiff wieder Schwimmfähig zu machen. Es wurde nach Tallinn geschleppt und dort zum Zielschiff umgebaut. Die Unehrenhafte letzte Verwendung für den Veteranen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, der fast vierzig Jahre im Dienst der Flotte befand, war die Darstellung als Zielschiff. Bis 1955 wurde es als Ziel angelaufen und beschossen. Heute liegt es im ehemaligen Übungsgebiet der Roten Flotten bei der finnischen Insel Ordensholm auf Grund. Total zerstört, und doch, manchmal ragen Reste der Schornsteine und Masten aus dem Wasser. So ganz ist unsere “Sophie-x” nie verschwunden.